What's another year ...

Hallo!

Wer hätte gedacht, daß ich nach über einem Jahr Schreibpause überhaupt wieder auftauche?!?

Manchmal gibt es einfach wichtigeres als beispielsweise das Schreiben. Letztes Jahr um diese Zeit kam meine Mutter ins Krankenhaus. Sie hat schon ewig Darmkrebs und war entsprechend oft in Krankenhäusern. Im letzten Jahr hat mich diese Phase enorm geschlaucht.

Sie war etwa sechs Wochen stationär untergebracht, ohne daß es nenneswerte Ergebnisse gab. Letztlich kam dabei nur heraus, daß sie Wasser im Bauch hat, die eine Operation zu einem lebensgefährlichen Risiko werden läßt ...

Man fand einen Tumor, vermutete aber weitere, so daß man beschloss, eine Chemotherapie durchzuführen, die dann von Dezember 2009 bis Juli 2010 andauerte.

Als medizinisch interessierte Person hatte ich im Krankenhaus trotz der stets freundlichen Atmosphäre, die ich in den meisten Krankenhäusern vermißt habe, den Eindruck, als verschweige man uns etwas. Was ich dann an Informationen zusammengetragen und für mich behalten habe, war geradezu ernüchternd: Maligne Aszites lautete meine Diagnose.

Wenn ich das als medizinischer Laie richtig wiedergebe, so handelt es sich bei der Erkrankung um Wasseransammlungen infolge eines Tumorgeschehens im Bauchraum, wobei der Tumor oft nicht lokalisiert werden kann. Bei den Wasseransammlungen von oft mehreren Litern handelt es sich um Lymphflüssigkeit, die nicht abfließen kann; Heilungsaussichten sind quasi gleich null, die Operationstechniken praktisch noch in den Kinderschuhen.

In einem Land wie Deutschland ist die medizinische Grundversoung zwar grundsätzlich gut, aber hier ist man vermutlich aufgrund des Kostendrucks im Gesunheitswesens gar nicht in der Lage auch nur Ansätze für eine adäquate Behandlung zu bieten. Es blieb letzten Endes nur die Chemotherapie, die trotz aller Nebenwirkungen auch gewisse nicht zu leugnende Erfolge gebracht hat.

Im Juli mußte die Behandlung unterbrochen werden, weil lebensbedrohliche Durchblutungsstörungen in den Bein-Venen aufgetreten sind. Aufgrund der Chemotherapie mußte die geplante Bypass-OP aufgeschoben werden, letzten Endes lief es auf eine medikamentöse Behandlung hinaus, die sich auch nicht mit der Chemotherapie verträgt ...

Die letzten Monate waren enorm strapaziös, nicht nur für meine Mutter. Neben meiner Arbeit mußten zwei Haushalte geführt werden, das ist praktisch nicht zu schaffen. Obwohl die Krankenkasse eine Haushaltshilfe gestellt hätte, wollte meine Mutter unbedingt nach außen hin ihre Autarkie wahren, was ich nur zu gut verstehe, aber auch mehr Kraft gekostet hat als nötig.

Natürlich ist die Behandlung nicht abgeschlossen. Bevor aber die nächste Einweisung ins Krankenhaus erfolgt, wollte ich unbedingt ein paar Zeilen schreiben und berichten, was sich in Bezug auf das Schreiben getan hat.

Vielleicht habe ich in den nächsten Tagen noch einmal die Gelegenheit zu einem Eintrag.

Viele Grüße

Sternschnuppe887

13.10.10 13:35

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen