Kleine Fische - Fortsetzung I

Es gibt tatsächlich Menschen, die sich für die Fortsetzung ‚Kleine Fische’ interessieren. An dieser Stelle müsste ich eigentlich die Protagonistin vorstellen, aber das ist schon nicht ganz so einfach, denn wir reden zunächst über einen Säugling, dessen Umstände der Geburt schon nervenaufreibend waren.

 

Die Eltern, zum Zeitpunkt der Geburt ihres zweiten Kindes, allerdings es ersten Überlebenden, waren beide schon über 30 Jahre alt und hatten sich zumindest teilweise schon mit ihrer Kinderlosigkeit abgefunden. Dann war das Kind nach dieser extrem schwierigen Geburt da, und man wusste damit nichts anzufangen.

 

Es war ein Schock, dass nach dem Tod des erstgeborenen Sohnes nun eine Tochter auf die Welt kam. Einen Namen zu finden war daher äußerst schwierig, erst nachdem das Standesamt drängte, einigten sich die Eltern auf einen Vornamen, der sowohl häufig als auch gewisse Art unpassend war.

 

Weil geschäftliche Dinge mittlerweile das Leben des Elternpaares deutlich prägten, wurde das Kind mehr oder minder sich selbst überlassen, und als eine Selbständigkeit durch die Insolvenz des Mitinhabers zu scheitern drohte, musste die frisch gebackene Mutter rund um die Uhr mithelfen, um die Schulden des Kompagnons zu begleichen. (Hinweis: Bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts haftet man auch für die geschäftlichen Schulden der Teilhaber). Der Teilhaber hatte sowohl eine Fehlkalkulation zu verantworten als auch im großen Stil Geld für die private Lebensführung entnommen und in Lokalrunden verprasst.  

 

Die Frau des Mitinhabers flehte, wenigstens das Haus behalten zu können, indem die mit ihrer frisch geborenen und zudem schwer herzkranken Tochter lebte, während der Mann aufgrund weiterer Schulden mehrere Jahre im Gefängnis verbringen musste.

 

Das Ehepaar bekam noch zwei weitere Kinder, davon ein körperlich-geistig behindertes Kind, was die Ehefrau selbst auf den exzessiven Alkoholverzehr ihres Mannes zurückführte. Die Insolvenz wurde Jahre heraus geschoben war letztendlich nur noch mit einer Verzweiflungstat zu beenden: Er zündete den Dachstuhl seines Hauses an und hoffte auf die Versicherungsprämie. Die Versicherung aber erkannte den Betrüger und in einer gerichtlichen Entscheidung wurde verfügt, dass die Prämie nicht an ihn, sondern an den Erwerber dieses Hauses, besser Ruine, zu zahlen ist.

 

Damit verlor sich die Spur der Gemeinsamkeit, bis ich der älteren Tochter in der Schule noch einmal begegnete. Die vorangegangenen Ereignisse hatten aber dazu geführt, dass ich an meinem ersten Geburtstag in die Obhut meiner Großmutter gegeben wurde.

Sternschnuppe887

1.6.08 15:36

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