Zurück zur Lesitungsfähigkeit

Der berufliche Alltag verlangt immer hundert Prozent, besonders in Krisenzeiten.

Da soll alles korrekt und pünktlich erledigt sein, und dabei ist man den Kollegen am besten immer einen Schritt voraus.

Bedingt durch Globalisierung und die Nutzung digitaler Kommunikationsnetze ist der moderne Mensch von heute immer und überall erreichbar und damit im Dauerstress.

Auch wenn beruflicher Erfolg – so er denn eintritt – sich positiv auf das Selbstwertgefühl auswirkt und zu größeren Taten beflügelt, so kann gerade das der Grund sein, warum sich viele Menschen nach Jahren dieses Durchhalteprozesses innerlich leer und ausgebrannt fühlen.

Was äußerlich wie ein Widerspruch erscheint, ist innerlich nur allzu nachvollziehbar:
 
Jahre- vielleicht jahrzehntelang wurden existenzielle Bedürfnisse wie unbeschwerte Ferien, Hobbys, die Sehnsucht nach menschlicher Nähe und Geborgenheit unterdrückt. Vermutlich wurde jahrelang im Körper Adrenalin produziert, um die Leistungsfähigkeit zu steigern und den Schmerz zu unterdrücken.

Dann folgt der Zusammenbruch. Dieser Zustand wird sich u. U. lange vorher angekündigt haben, wird aber bei aller Reizüberflutung vor allem durch den Leistungswillen ignoriert. Es ist, als ginge eine rote Lampe an, die aber niemand bemerkt.

Ist dieser Punkt überschritten, folgt meist ohne weitere vorherige Ankündigung der körperliche Zusammenbruch. Die Person verliert alles, was ihr wichtig war, Leistungsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Konzentrationsfähigkeit und Nervenstärke.

Viele Autoren haben sich mit dem Thema beschäftigt und beschrieben, welches die Wege sind hinein in die Krise, aber wo bitte ist nun der Ausgang?

Der Autor wird diesen Zustand vermutlich ‚Burn-out-Syndrom’ nennen, weil es den Zustand inneren ausgebrannt Seins so treffend beschreibt. Es wird in dem Artikel darum gehen, sich die Schwäche einzugestehen und am Ende wird der Rat folgen, einen Therapeuten aufzusuchen.

Erkennen, dass man ich de Sackgasse steckt, Ballast abwerfen, Motive kritisch hinterfragen – das sollte aber als ständiger Prozess im Leben integriert sein.

Bei aller Organisation fragt man sich nun, wieso die Bedürfnisse derart in den Hintergrund treten.

Liegt es vielleicht daran, dass das Leben kaum noch Raum lässt für so etwas wie persönliche Entfaltung? Oder lässt der Einzelne nicht zu, auf seine innere Stimmung und Wahrnehmung zu vertrauen. 

Es lohnt sich, dieser Frage einmal genauere Beachtung zu schenken, denn nicht allein der berufliche Alltag führt zu diesem Zustand innerer Erschöpfung, sondern auch latente Unzufriedenheit kann zu emotionaler Erschöpfung fühlen. 

Erholung vor dem Fernseher oder dem Computerspiel bringt nur kurzfristige Ablenkung, die Unzufriedenheit gärt indes weiter im Inneren bis eine Art ‚kritische Masse’ entstanden ist.

Nicht nur berufliche und private Termine sind zu planen, sondern auch Freiräume, die nicht mit Aktivität gefüllt sind, sondern nur allein der Reflexion dienen. Dies wird – bei all der Hektik - gern übersehen. 

An Anfang mag diese innere Reflexion gar nicht gelingen, da sich – ähnlich wie in einem Keller, in dem nie aufgeräumt wurde - im Laufe der Zeit einiges angesammelt hat. Ist dieser Zustand erst eingetreten, ist es natürlich mühsam, erst einmal einen Überblick zu bekommen. Jetzt heißt es: Dranbleiben, nicht gleich aufgeben.

Der Weg zu innerer Wahrheit und Klarheit ist ein kontinuierlicher Verbesserungs-prozess, der langfristig zu dem führt, was leistungsfähig und stark erhält. Mit innerer Ausgeglichenheit ist das Ziel zu erreichen nicht mit Hektik und Termindruck.

Warum wird in Firmen eine solche Politik nicht gelebt? 

Augenscheinlich ist es zu teuer, Pausen zur Reflexion einzubauen. Manch einer würde dies falsch verstehen, und den Arbeitstag zur Dauerpause umfunktionieren. Das wäre aber kontraproduktiv. Aber das lässt sich steuern.

Es ist an den Führungskräften eine Unternehmenskultur zu schaffen, wo das Individuum wieder im Vordergrund steht, nicht allein um hohen Preis erkämpfte Zwischenziele. Ohne das Individuum kann das Ziel überhaupt nicht erreicht werden. 

Das Problem ist komplex, denn in vielen Firmen blüht das Geschäft mit der Angst um den Arbeitsplatz. Der Arbeitnehmer gibt oft nicht oder erst viel zu spät zu, wenn ihm die Arbeit über den Kopf wächst. Führungskräfte sind keine Hellseher, deshalb sollte der Mitarbeiter das Thema von sich aus ansprechen. Wichtig ist hier ein vertrauensvolles Klima. 

Aufgrund von Konkurrenzdruck wird der Arbeitgeber ebenfalls zum Getriebenen und darf den Mitarbeiter gar nicht loben oder ihm zu lange Zügel lassen. Bei genauer Betrachtung ist die Sichtweise aber kurzfristig. Nachhaltige Unternehmenspolitik steigert den Unternehmenswert.

Der Begriff Nachhaltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft, und meint, dass das, was entnommen wurde, auch wieder aufgeforstet werden muss, um den langfristigen Fortbestand zu sichern. 

Wenn die Zufriedenheit steigt, steigt auch die Motivation. Das weiß man inzwischen aus der Literatur, doch in der Praxis zeigen sich die Auswüchse dieses falsch verstandenen Gemeinschaftsdenkens in unter Zwang zustande gekommenen Massenveranstaltungen.

In der Realität erscheint es sinnbildlich gesehen oft so, als würde zu früh geerntet, halbherzig aufgeforstet, wieder geerntet und am Ende ein anderer Standort gewählt, anstatt zu säen, zu warten, bis die Arbeit Früchte trägt, zu düngen und zu pflegen wie es angemessen wäre.

Eine Abschöpfungsstrategie ist nicht nachhaltig, sondern oft am Ende teuer. Es wird Aufwand produziert, dem kein, nur geringer oder zweifelhafter Ertrag gegenübersteht.

Gelingt es dem Unternehmen, den Mitarbeitern ein Umdenken zu ermöglichen, kann der private Sektor nachfolgen.

Bei einem Spaziergang an frischer Luft lässt sich hervorragend analysieren, was im Privatleben Druck erzeugt und welche Lebensbereiche zu wenig Beachtung fanden. Wer jetzt nichts über das Knie bricht, sondern seinem Leben zu mehr Harmonie verhilft, wird eine deutliche Erleichterung spüren.

Sternschnuppe887

15.3.07 12:38

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