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Im Osten hamburgs nichts Neues

Was gibt es Neues aus Deiner Schreibstube:

Sternschnuppe887: „Zuerst einmal allen denen einen großen Dank, die mir trotz längerer Schreibpausen die Treue gehalten haben. Leider gibt es nicht viel Neues, was daran lag, dass ich sehr viele Überstunden abgeleistet habe, und im Anschluss an die ‚heiße Phase’ war wochenlang mein Computer kaputt. Ein geliehenes Notebook ließ sich erst gar nicht starten, und so verging mein zweiwöchiger Schreiburlaub, ohne dass ich eine einzelne Zeile geschrieben habe.“

Bist Du darüber verärgert?

Sternschnuppe887: „Sicherlich war das ärgerlich, vor allem, wenn man hinterher weiß, wo das Problem lag, aber es lässt sich nun mal nicht ändern. Ich habe die Zeit genutzt und ein Buch gelesen.“ 

In Deiner Rubrik ‚kürzlich gelesen’ wolltest Du Bücher vorstellen. Leider hast Du noch kein einziges vorgestellt. Woran liegt das?

Sternschnuppe887: „Auch wenn böse Zungen behaupten, ich würde selbst kaum Bücher lesen, so ist das sicher ein Irrtum. Die interessantesten Bücher, die ich in den letzten zwei Jahren gelesen habe, waren sicher die von Dan Brown und John Grisham, wobei ich diese im Original, d. h. in Englisch gelesen habe. Dan Brown übertreibt zwar hier und da, wodurch die Geschichte etwas unrealistische Züge annimmt, aber die Geschichten sind sehr gut aufgebaut, und er schafft es auch immer wieder, den Leser zu überraschen. Ingesamt habe ich drei Bücher von ihm gelesen. Neben ‚Illuminati’ hat mir auch ‚Deception Point’ (Deutscher Titel: Meteor) sehr gut gefallen. Von John Grisham habe ich gerade ‚The innocent man’, einen Non-Fiction-Roman gelesen, aber ‚The broker’ hat mir besser gefallen. Danach habe ich das Buch ‚Der siebte Tod’ von Paul Cleave gelesen. Ich fand es sehr spannend und auch lesenswert. Weniger gut hat bei mir Frank Schätzing abgeschnitten. Seinen Schreibstil empfinde ich recht einfach, den Roman ‚Die dunkle Seite’ war zwar recht spannend, aber ich denke noch immer darüber nach, ob der Inhalt dem Titel gerecht wird. Ich fürchte, dass die Geschichte zwar erzählt ist, ein Teil aber nicht transportiert wurde.“

Wie meinst Du das?

Sternschnuppe887: „Man kann viel sagen, ohne das Richtige zu meinen bzw. am Thema ‚vorbei schreiben’. Dank meiner Psychologiekenntnisse verstehe ich zwar, worauf er hinaus will, aber die alles entscheidende Seite sagt zuwenig über die Hintergründe. Gefühle und Stimmungen werden nicht in dem Maße erzeugt, dass man sich in diese Person hineinfühlen oder hineindenken kann. Dadurch bleibt viel auf der Strecke."

Liest Du nur Thriller?

Sternschnuppe887: „Nach der obigen Buchauswahl muss man das unweigerlich denken. Hin und wieder gönne ich mir ein Buch über gutes Deutsch oder einen anderen Roman. Ob ich ein Buch kaufe oder nicht, entscheide ich aus dem Bauch heraus. Krimis und Thriller gehören sicher zu meinen Favoriten, denn die dunkle Seite beschäftigt mich, aber es gibt auch andere Themen wie z. B. etwas über ferne Länder zu lesen. Leider sind diese Bücher oft untrennbar mit einer Liebesgeschichte verbunden. Das ist dann eher nichts für mich. Vor kurzem habe ich nach vielen Jahren wieder in Goethes Faust geschmökert. Das ist für mich ein echtes Meisterwerk!“

Wann geht es mit Deinen eigenen Plänen weiter?

Sternschnuppe887: „Das ist nicht so leicht zu sagen. Ich bin auf Kurzgeschichten umgeschwenkt, weil ich einsehen müsste, dass die Freizeit nicht reicht, kontinuierlich an einem Roman zu schreiben. Unterbrechungen sind aber Gift für die Motivation, und da Schreiben ein einsames Hobby ist, muss die Motivation von innen kommen.
Darüber hinaus steht jetzt eine betriebliche Umorganisation ins Haus, die uns noch den ganzen Sommer binden wird, und ich in meiner knappen Freizeit muss ich eben noch andere Dinge tun wie z. B. die Steuererklärung, oder nur so profane Dinge erledigen wie die Wohnung säubern.“

Hast Du jemanden, der Dir hilft?

Sternschnuppe887: „Im wesentlichen mache ich alles allein. Für die handwerklichen Dinge habe ich jemanden, der aber auch nicht immer zur Verfügung steht. In wichtigen Angelegenheiten erfordert es mehr Zeit, eine Entscheidung zu fällen, wenn niemand da ist, mit dem man sich besprechen kann.“

Du bist geschieden. Wie kommst Du mit der Situation zurecht?

Sternschnuppe887: „Im großen und ganzen komme ich damit zurecht - es bleibt mir auch nichts anderes übrig. Ich werde mich nicht beklagen, denn der Schritt war richtig, auch wenn ich verlassen wurde. Es ist allerdings nicht so einfach, ein neues Leben aufzubauen, wenn man mehr als 13 Jahre zusammengelebt hat. Dadurch, dass der Beruf kaum Freiräume lässt, sind neue Kontakte selten, bestehende Freundschaften überstehen die Trennung oft nicht, aber es gibt auch einige treue Freunde.

Der Trennungsprozess war extrem schwierig, denn an einer Ehescheidung hängt meist  jede Menge wirtschaftlicher Verlust. Das war bei uns auch so. Ich fange nun mit Ende dreißig noch einmal ganz von vorn an. Jetzt, vier Jahre nach der Trennung und zwei Jahre nach der Scheidung ist langsam alles geregelt. Es kostet dann viel Kraft, wenn der Partner sich passiv verhält und einen immer wieder mit seinen Schwierigkeiten konfrontiert. Nicht zuletzt geht es dabei fast immer um Geld, und das führt zu Unstimmigkeiten. Seit Ende Januar 2008 erst bin ich jetzt frei von akuten Beschränkungen. 

Das klingt nach mehr Freiheit. Wie wirst Du die Zeit nutzen?

Sternschnuppe887: „Das kann ich gar nicht im einzelnen benennen. Es ist eher so, dass diese Belastungen zusätzlich auf mich eingestürmt sind, und ich freue mich daher, nun langsam zur Normalität zurückzukehren. Am Anfang sollte jetzt eine Erholungsphase stehen, eine ehrliche Bestandsaufnahme, dann werde ich mal die Fühler nach einer neuen Wohnung ausstrecken, und auch etwas mehr körperliche Betätigung würde mir gut tun. Allerdings will ich nicht zu viele Projekte auf einmal angehen, denn beruflich sind demnächst einige Hürden zu nehmen, und meiner Mutter geht es gesundheitlich nicht besonders gut. Ich habe einige Kontakte vernachlässigt und nicht zuletzt meine eigenen Bedürfnisse. Es gibt also einiges aufzuholen, aber sobald sich der Trubel gelegt hat, bin ich wieder in der Schreibstube zu finden.“

Ende

1 Kommentar 17.3.08 13:24, kommentieren